Mit Ayurveda die Abwehrkräfte stärken

Unser Immunsystem entscheidet in hohem Maße darüber, ob wir krank werden oder nicht. Ebba-Karina Sander gibt einfache Tipps, wie wir es mit Hilfe der ayurvedischen Heillehre stärken können.

Wir werden normalerweise mit einem eher schwachen Immunsystem geboren, das in der Kindheit laufend trainiert wird. Ein starkes Immunsystem entwickelt sich dann, wenn wir mit verschiedenen Bakterien und anderen Stoffen in Berührung kommen. Im späteren Leben wird es durch verschiedene Einflüsse strapaziert und geschwächt. Es bedarf also immer wieder neuer Aufmerksamkeit, um unser System in Balance zu halten. Aus Sicht des Ayurveda wird Gesundheit als ein Zustand körperlicher, mentaler und sozialer Balance definiert. Gesundheit ist also ein gut ausgewogener Zustand aller Bio-Energien, aller Körpergewebe, einer guten Verdauung und Ausscheidung von Schadstoffen sowie einer guten Funktion aller Sinne, eines fröhlichen Herzens und eines klaren Geistes.
Immunität wird im Ayurveda mit drei Qualitäten beschrieben. Die erste ist Bala (Stärke), die zweite Vyadhi ­Kshamathwa (Widerstandskraft gegen die Entwicklung einer Krankheit) und drittens Ojas: das Konzept von höchster Resilienz, also der Fähigkeit, mit Krankheiten, aber auch mit seelischen Belastungen richtig umzugehen und sie konstruktiv zu verarbeiten.

Bala, Oja und Vyadhi Kshamatwa

Bala wird in den alten Büchern des Ayurveda definiert als die Selbstheilungskraft und die Fähigkeit, sich selbst zu nähren und damit sehr effektiv in der Vorbeugung von Krankheiten zu sein. Der präventive Aspekt unseres Immunsystems ist stark mit einem gut funktionierenden Verdauungssystem verbunden. In den Ojas wird der direkte Zusammenhang zwischen Verdauung und Immunsystem und seine Auswirkung auf viele Beschwerden, wie Kopf- und ­Rückenschmerzen, Müdigkeit und vieles andere beschrieben. Bei uns sagt man gern: „Der Tod sitzt im Darm“. Das gilt natürlich auch umgekehrt: Unsere Gesundheit gründet auf einer gesunden Darmflora und Verdauung und bezieht sich auf den gesamten Organismus.
Oja bedeutet so viel wie „das, was belebt“. Ojas stellen unsere Energiereserve dar. Es stärkt das Immunsystem und unser psycho-emotionales Durchhaltevermögen. Es sorgt für Leichtigkeit im Körper und lässt die Zellen atmen, die Haut strahlen und die Stimmung aufblühen. Ojas kreiert ein allgemeines Gefühl von Zufriedenheit und Ausgeglichenheit im Leben. Weiterhin sorgen Ojas auch für eine gute Verdauung und halten den Körper so frei von jeglichen Gift- und Schadstoffen, sprich Ama. Vyadhi Kshamatwa ist die Fähigkeit des Immunsystems gegen krankmachende Stoffe oder Einflüsse von außen zu kämpfen, z.B. gegen Viren und Bakterien, denen wir ständig ausgesetzt sind.

Welche Faktoren helfen, um mit Ayurveda das Immunsystem zu stärken?

Die gute Nachricht: Um unser Immunsystem zu stärken, gibt es viele Möglichkeiten.
• Für einen wirklich ganzheitlichen Ansatz spielt unsere geistig-seelische Verfassung eine entscheidende Rolle. Unser Geist und unsere Gefühle steuern und beeinflussen alle Prozesse in unserem Körper. Man kann sagen, dass unser zentrales Nervensystem für viele Faktoren unserer Immunantwort zuständig und verantwortlich ist. Ein in regelmäßiger Meditation beruhigter, klarer Geist ist da die beste Grundlage.
• Eine gut ausgewogene Ernährung mit allen sechs Geschmacksrichtungen pro Mahlzeit. Basierend auf dem jeweiligen persönlichen Konstitutionstyp, auch Dosha genannt.
• Integrieren Sie Yoga-Übungen in Ihren Alltag.
• Fügen Sie Ihrer Nahrung täglich eine große Menge passender Gewürze bei. Die meisten Gewürze haben die Fähigkeit freie Radikale zu reduzieren, minimieren Zellbeschädigungen und erhalten die Zellgesundheit.
• Regelmäßige Entgiftungszeiten wie Heilfasten oder eine ayurvedische Panchakarma Detoxification – eine tief in die Zellstruktur hineinreichende Zell-Reinigung und -Erneuerung.
• Nehmen Sie Regenerations-Kräuter wie Ashwagandha und Amla ein. Unterstützt mit ayurvedischen Ganzkörper-Behandlungen wie einer Kräuterstempel-Massage und einem Ölbad von qualifizierten Anbietern.

Welche Faktoren schaden dem Immunsystem?

• Eine unausgewogene, nicht dem Körpertyp entsprechende Nahrung mit hohem Anteil an Zucker und künstlichen Aromen schwächt das Immunsystem. Essstörungen wie Anorexie oder Bulimie bringen natürlich auch alle Regularien des Körpers und Stoffwechsels in Unordnung.
• Übermäßiger Alkoholkonsum und unregelmäßiger/zu wenig Schlaf.
• Hohes Stress-Level verstärkt die Cortisol-Ausschüttung im Blut, die damit die Stabilität des Immunsystems schwächt.
• Starkes Übergewicht kann ebenfalls ein Indikator für ein gestörtes Stoffwechselsystem und hormonelle Dysfunktionen sein. Diese ayurvedischen Hausmittel unterstützen Ihr Immunsystem
• Beginnen Sie den Tag mit Dankbarkeit für das, was das Leben Ihnen immer wieder Gutes schenkt. Nach dem Aufstehen zwei Gläser warmes Wasser und Ingwertee trinken, um die oberen Atemwege zu reinigen und zu befeuchten. Den Rachen immer gut feucht halten, so unterstützen Sie dessen wichtige Funktion als Barriere gegen das Eindringen von Mikroben und Viren.
• Die Mahlzeiten täglich mit Kurkuma und schwarzem Pfeffer würzen. Kurkuma kann mit Mandelmilch in einem goldenen Müsli zubereitet oder als Kapsel von einem guten Hersteller konsumiert werden.
• Wenig rotes Fleisch essen und Geräuchertes wie Schinken vermeiden.
• Täglich 15 ml Amla Saft einnehmen, alternativ auch Chyavanprash, um wichtige Antioxidantien zuzuführen.
• Den Tag mit einer kurzen Meditation beschließen und vor allem den Menschen vergeben, die uns eventuell verletzt haben. Lassen Sie allen Groll los, das entlastet am meisten!

Mehr Infos unter:
www.ayurveda-deutschland.org

Diesen Artikel teilen

Schreiben Sie einen Kommentar