Was eigentlich ist und macht ein Au Pair?

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Au Pair Programme sind, sowohl für die aufnehmende Gastfamilie als auch das Au Pair Mädchen, eine gute Möglichkeit, um den eigenen Horizont zu erweitern. Der internationale Kulturaustausch hat speziell in Großbritannien und Frankreich Tradition, erhält aber auch in Deutschland zusehends mehr Beachtung.

Au Pairs sind dauerhafte Gäste – zumindest für sechs bis 12 Monate

So viel vorweg: Au Pairs sind weder Vollzeit-Nannys noch günstige Putzkräfte, die Gastfamilie sollte also ein ernsthaftes Interesse mitbringen, das Au Pair kennenlernen zu wollen – und ebenso tatsächlich am Austausch der Kulturen (und Sprachen) interessiert sein. Denn beides ist essenziell und schafft die Grundlage für jedes Au Pair Programm. Das Au Pair Mädchen (seltener auch Jungen) wohnt für rund 6 bis 12 Monate bei der Gastfamilie, lernt Deutschland und die deutsche Kultur kennen, ebenso wie das Au Pair die eigene Kultur der Gastfamilie näher bringt. Nicht grundlos lässt sich der französische Begriff ins Deutsche mit „auf Augenhöhe“ übersetzen – beide Parteien sind folglich ebenbürtig.

Voraussetzungen zur Teilnahme an einem Au Pair Programm

Zu berücksichtigen ist hierbei, dass es keine universell gültigen Anforderungen gibt, sondern diese maßgeblich vom gewählten Au Pair Programm (beziehungsweise der vermittelnden Agentur) festgelegt werden. Damit Au Pairs nicht effektiv als günstige Arbeitskräfte herhalten müssen, ist im deutschen Gesetz aber zumindest ein Passus zur Arbeitszeit verankert – nicht mehr als 30 Stunden pro Woche und sechs Stunden täglich darf das Au Pair tatsächlich arbeiten.

Das Au Pair selbst muss typischerweise diese oder zumindest ähnliche Anforderungen erfüllen:

  • zwischen 18 und 26 Jahren alt
  • spricht Deutsch auf A1-Niveau
  • keine eigenen Kinder
  • genügend Zeit, um für sechs bis 12 Monate in Deutschland zu bleiben
  • genügend Geld, um zumindest einen Teil der Flugtickets (An- und Abflug) zu zahlen

Dem gegenüber stehen die Voraussetzungen, die die Gastfamilie erfüllen muss, um überhaupt an solch einem Au Pair Programm teilnehmen zu dürfen:

  • im Haushalt wird Deutsch gesprochen
  • wenigstens ein minderjähriges Kind im Haushalt vorhanden
  • es ist ein separates Schlafzimmer vorhanden, welches vom Au Pair bezogen wird
  • ausreichend hohes Einkommen, um die Erstkosten sowie die monatlich laufenden Kosten für das Au Pair aufbringen zu können

Weiterhin wichtig: Da es sich bei Au Pair Programmen um einen internationalen Austausch handelt, dürfen Au Pair und Gastfamilie nicht dieselbe Nationalität haben. Deutsche Gastfamilien können also kein Au Pair aus Deutschland und häufig, aufgrund der Sprache, auch nicht aus Österreich oder der Schweiz aufnehmen.

So bringt sich das Au Pair in die Gastfamilie ein

Au Pair Mädchen sind bei der Gastfamilie normalerweise in der Kinderbetreuung tätig, außerdem werden sie die eine oder andere Aufgabe im Haushalt übernehmen, so wie es auch andere feste Familienmitglieder tun. Das macht Au Pairs aber nicht zur Vollzeit-Babysitterin oder -Haushaltshilfe. Allen voran soll das Au Pair das Leben in Deutschland kennenlernen, auch Sprachkurse werden hierzu von der Gastfamilie finanziert – ebenso wie diese ein adäquat hohes Taschengeld und einen Anteil an den Flugtickets leistet.

Korrekt umgesetzt sind Au Pair Programme für beide Seiten eine Bereicherung Für das Au Pair Mädchen ist solch ein Programm eine gute Möglichkeit, um ein anderes Land relativ kostengünstig für mehrere Monate zu entdecken. Die Gastfamilie hingegen erhält jemanden, der sich häufiger um den Nachwuchs kümmert – und beide Seiten lernen die Kultur der jeweils anderen Seite besser und auf authentische Weise erkennen.

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