Zeit für mich

Elternsein ist ein 24-Stunden-Job, der rund um die Uhr emotionale Zuwendung einfordert. „Nimm dir doch einfach auch mal mehr Zeit für dich“, ist für Mutter leichter gesagt als getan. Nathalie Klüver erklärt, wie es dennoch funktionieren kann.

Es fühlt sich an, als würden wir uns manchmal zerreißen. Im täglichen Spagat zwischen Familie, Beruf, Haushalt und Partnerschaft. Wenn du schon morgens völlig geschafft bist, obwohl es gerade mal acht Uhr ist und der Arbeitstag noch vor dir liegt. Dabei ist das erste To-do schon erledigt: Die Brotboxen sind geschmiert, alle Kinder pünktlich aus dem Haus, die Klassenarbeiten unterschrieben, 3,54 Euro – passend für den Kindergartenausflug mitgegeben und die Lieblingshose wurde auch noch aus dem Wäscheberg gefischt. Ein ganz normaler Morgen also. Auf dem Weg ins Büro dann noch kurz den Zahnarzttermin für das kleinste Kind verlegt und beim Hochfahren des Computers dann der erste Schreck: Heute Abend ist ja Elternabend! Also den Gatten anrufen, ausmachen, wer teilnimmt und wer sich um die Kinder kümmert. Dann ab ins nächste Meeting und hoffen, dass der Kindergarten heute nicht anruft und darum bittet, ein Kind mit Nasenbluten abzuholen.

Und wo bleibe ich?

Und so geht der Tag munter weiter. Kinderturnen, Hausaufgaben, Geschirrspüler, Einkaufen! Am Ende des Tages dann die Erkenntnis: Wir haben das Klopapier vergessen. Und wo bleibe eigentlich ich?! Das ist die Frage, die sich viele Mütter am Ende eines langen Tages stellen. Gerade, wenn die Kinder kleiner sind, lässt der Alltag nur selten Zeit zum Durchschnaufen. Das Hamsterrad, es dreht sich immer schneller und oft bleibt nicht einmal die Energie, es zu stoppen. Einmal durchatmen, auf die eigenen Bedürfnisse hören, einmal wieder ausschlafen oder zumindest alleine duschen oder auf Toilette gehen: Wenn die Anforderungen von allen Seiten auf einen einprasseln, unterdrücken viele Mütter selbst diese elementaren Grundbedürfnisse. Um zu funktionieren. Und am nächsten Morgen wieder aufzustehen, obwohl sie am liebsten die Decke über den Kopf ziehen würden.

Mama-Burnout

Aber das geht nicht. Niemand kann auf Dauer 120 Prozent geben. Schon gar nicht, wenn eigentlich auch hundert Prozent schon zu viel sind. Kein Wunder, dass die Zahlen der Mütter mit Burnout zunehmen, der Mütter mit Depressionen, Erschöpfungszuständen, psychosomatischen Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen, Angststörungen und Panikattacken. Laut Bundesfamilienministerium sind rund ein Viertel aller Mütter in Deutschland kurbedürftig. Von den 75 000 Müttern, die im Jahr 2024 eine Kur über das Müttergenesungswerk machten, klagten zwei Drittel über den permanenten Zeitdruck als Hauptbelastung.

Zum Weiterlesen: Nathalie Klüver, Sei mutig, gerade jetzt, GU Verlag, 18 Euro

Den ganzen Artikel findest du in unserer bewusster leben Ausgabe 5/2026

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