Guten Morgen!

Wem ist schon bewusst, dass unsere biologischen Rhythmen nicht mit der offiziellen Uhrzeit übereinstimmen? Das könnte ein Grund dafür sein, dass sich viele morgens oft gerädert fühlen. Wir zeigen, wie man zu einem gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus findet und ausgeruht den Tag beginnt.

Rund ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf – zumindest theoretisch. In der Praxis sieht es aber so aus: Ein Viertel der Deutschen leidet unter schlechter Schlafqualität, jeder zehnte Arbeitnehmer in Deutschland sogar unter schweren Schlafstörungen, und jeder Sechste schläft weniger als fünf Stunden pro Nacht. Die Folgen einer dauerhaften Schlafstörung sind bekannt: Es drohen eine erhöhte Müdigkeit am Tag, beeinträchtigte kognitive Fähigkeiten, psychische Probleme wie z. B. Stimmungsschwankungen und andere körperliche Beschwerden.

Wecker sind Schlafkiller

Warum ist das so? Fragen wir die Wissenschaft. Die Antwort der beiden Schlafmediziner Christoph Schöbel und Alfred Wiater klingst zunächst banal: „Der Wecker ist der schlimmste Schlafkiller.“ 83 Prozent benötigen einen Wecker, um morgens rechtzeitig aus dem Bett zu kommen, eigentlich möchten sie aber länger schlafen. Allein der Gedanke daran, dass morgens der Wecker klingeln wird, hindert viele am Ein- und Durchschlafen. „Wecker verursachen regelmäßigen Schlafentzug und gefährden dadurch unsere Gesundheit“, so die Wissenschaftler, die den Wecker deshalb am liebsten abschaffen würden.

Der Grund für ihre Forderung: Unser Wecker tickt anders als unsere innere Uhr, die unseren Tag- und Nachtrhythmus steuert. Unsere innere Uhr gibt nämlich einen Tag-Nacht-Rhythmus von im Durchschnitt 24 Stunden und 11 Minuten vor. Wir müssen also jeden Tag 11 Minuten kompensieren und so unsere innere Uhr immer wieder mit der verordneten Uhrzeit synchronisieren, damit wir nicht aus der Zeit geraten. „Je mehr unsere innere Uhr und der Wecker auf unserem Nachttisch voneinander abweichen, umso größere Probleme haben wir. Zu frühes Aufstehen bedeutet für die meisten von uns, dass wir in ein Schlafdefizit rutschen, das uns zu schaffen macht. Wir leben ständig im sozialen Jetlag“, so die Schlafmediziner. Das ist auch der Grund, warum sie starre Arbeitszeitmodelle anprangern und dazu raten, das Acht-Uhr-Dogma des Schulbeginns abzuschaffen, denn diese antiquierte, unflexible Zeitgestaltung raube vielen den Schlaf.

Zum Weiterlesen:

Christoph Schöbel/Alfred Wiater, Ticken Sie richtig?, Scorpio Verlag, 18 Euro

Den ganzen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe bewusster leben 2/2021

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