Jeder Neuanfang birgt eine stille Kraft in sich, die uns auffordert, wieder mehr bei uns selbst anzukommen. Dann erkennen wir, das Leben bietet Raum für Entwicklungen und Lebendigkeit. Kathleen Janitschke zeigt, wie wir Klarheit gewinnen und zurück ins Vertrauen finden.
Wenn wir auf unser Leben blicken, könnten wir es sinnbildlich mit einer Stadt vergleichen – einer Stadt, die mit jedem Jahr gewachsen ist. Mit jeder Entscheidung. Jeder Erfahrung. Jeder Begegnung. Straßen wurden gebaut, Wege eingeschlagen, manche wieder verlassen. Es entstanden Brücken, die neue Verbindungen möglich machten, ebenso wie Sackgassen, die uns zur Umkehr zwangen. Diese Stadt trägt Erinnerungen in sich – helle und dunkle. Orte der Freude, der Erkenntnis, der Wandlung. Sie ist lebendig. Gewachsen. Und sie erzählt die Geschichte unseres bisherigen Lebens.
Eine Einladung dazu, deine Welt zu erweitern
Wenn sich nun ein neues Tor aus dieser Stadt heraus öffnet, dann steht dieser Moment sinnbildlich für einen Neubeginn. Nicht als Bruch mit dem, was war, sondern als Einladung, die eigene Welt zu erweitern. Und diesen neuen Weg gehen wir nicht mit leeren Händen. Wir nehmen alles mit, was uns bisher getragen hat: unsere Erfahrungen. Unser Wissen. Unsere Intuition. Unsere Fähigkeiten, Rückschlüsse und Erkenntnisse. Jede Entscheidung, die uns etwas über uns selbst gelehrt hat. Jede Erinnerung daran, dass wir bereits unzählige Male den Mut gefunden haben, weiterzugehen.
In solchen Momenten tauchen dann oft Träume auf, die einst keinen Raum hatten. Neue Träume entstehen, solche, die zuvor schlicht nicht möglich waren, weil der Weg dafür noch nicht offenstand. Jetzt zeigen sie sich. Ein Neubeginn ist der ideale Moment, um sich diesen Träumen zuzuwenden.
Raum für neue Visionen
Ein Glückstagebuch kann hier helfen, die eigenen Träume sichtbar zu machen. Es ist mehr als ein Tagebuch – eher ein lebendiges, wachsendes Buch der Möglichkeiten. Eine Einladung, sich selbst zu begegnen. Ein Ort, an dem Wünsche, Ideen und große Visionen Platz finden. Wie ein persönliches Vision Board – nur intimer, achtsamer, tiefer. Besonders wirkungsvoll ist es, jedem Traum mindestens zwei Seiten zu widmen. Auf der einen Seite entsteht ein lebendiges Bild: mit Worten, Zeichnungen oder eingeklebten Symbolen. Der Traum darf einen Namen bekommen, eine Farbe, ein Gefühl. Und auf der anderen Seite bleibt Raum – für das Foto oder die Erinnerung, wenn dieser Traum Wirklichkeit geworden ist.
Deine Träume dürfen groß sein
Denn Träume dürfen groß sein. Vielleicht ist es der Wunsch, ein schlummerndes Talent endlich sichtbar zu machen – und daraus eine erfüllende Berufung entstehen zu lassen. Vielleicht ruft die Weite der Welt – eine Reise, die nicht nur äußere, sondern auch innere Horizonte erweitert. Oder das stille Leben inmitten der Natur, fern von Lärm und Erwartungen. Manchmal auch die Sehnsucht nach dem pulsierenden Leben einer großen Stadt – ein Neuanfang in unbekanntem Takt. Denn Träume zeigen uns nicht nur, was wir erleben möchten – sie machen sichtbar, was uns im Innersten bewegt. Sie verweisen auf Sehnsüchte, auf Herzenswünsche – und oft auch auf die Werte, die unserem Leben Richtung geben. Bevor wir uns diesen inneren Wegweisern zuwenden, lohnt es sich, für einen Moment innezuhalten – und einem ersten Traum Raum zu geben, der vielleicht schon lange gesehen werden möchte.
Die stille Kraft in jedem Neuanfang
Etwas Neues zu wagen, bedeutet immer auch, etwas Vertrautes loszulassen. Wenn es nicht mehr passt. Wenn wir spüren, dass etwas anderes auf uns wartet. Doch genau darin liegt ein besonderer Zauber: Jeder Neubeginn birgt eine stille Kraft in sich. Eine Kraft, die uns auffordert, wieder mehr bei uns selbst anzukommen. Und vielleicht auch den Mut zu fassen, das Leben nach eigenen Werten und Träumen zu gestalten.
Zum Weiterlesen: Kathleen Janitschke, Hinfallen. Aufstehen. Strahlen., Komplett Media, 24 Euro
Den ganzen Artikel findest du in unserer bewusster leben Ausgabe 1/2026



