Resilienz – Was mich schützt und stärkt

Es gibt Menschen, die nichts aus der Bahn zu werfen scheint. Dank ihrer großen inneren Widerstandskraft richten sie sich nach einer gewissen Zeit wieder auf und packen ihr Leben mit neuem Mut an. Doch was genau unterscheidet diese Menschen von denjenigen, die mit Schicksalsschlägen hadern und manchmal sogar daran zerbrechen?

Durften Sie als Kind auch eines dieser bunten Stehauf-Figürchen Ihr Eigen nennen – dieses lustige Spielzeug in Mensch- oder Tierform, das sich immer wieder wie von Zauberhand aufrichtet, wenn man versucht es umzustoßen? Ermöglicht wird dieser Effekt durch eine abgerundete Unterseite, ein tief liegendes Gewicht und die Gesetze der Schwerkraft. Doch die Physik dahinter soll uns weniger interessieren – spannend wird es, wenn wir das Phänomen aus psychologischer Sicht beleuchten.

Die Kunst, an Rückschlägen zu wachsen

Denn so wie das Figürchen, egal wie oft oder fest man es zu Boden drückt, immer wieder aufsteht, gibt es Menschen, die sich durch Niederlagen oder Misserfolge nicht entmutigen lassen, die sich trotz ungünstiger Lebensumstände und kritischer Lebensereignisse erfolgreich entwickeln und ihr Leben meistern. Diese Widerstandskraft bezeichnet die Psychologie als Resilienz.
Doch warum fällt es manchen Menschen leichter als anderen, Resilienz zu entwickeln? Welche Charaktereigenschaften findet man in resilienten Menschen? Und was können wir tun, um unsere eigene Widerstandskraft zu stärken und uns Schutzbereiche aufzubauen?
Auch wenn Resilienz heute in aller Munde ist – die Erforschung des Phänomens ist eine recht neue Disziplin. Als Pionierin gilt die US-amerikanische Entwicklungspsychologin Emmy Werner (1929-2017). Werner begleitete im Rahmen einer Längsschnittstudie den Werdegang von rund 700 Kindern, die 1955 auf der hawaiianischen Insel Kauai geboren wurden. Ergebnis ihrer Forschung: Kinder, deren Chancen auf ein erfolgreiches Leben schlecht waren, weil sie sozialen oder biologischen Risikofaktoren wie Armut, Vernachlässigung oder Misshandlung ausgesetzt waren, entwickelten sich im Durchschnitt negativer als Kinder, die ohne diese Risikofaktoren aufwuchsen. Im Durchschnitt, wohlgemerkt. Denn gleichzeitig, und das war das Überraschende ihrer Studien­ergebnisse, konnte sich rund ein Drittel der Kinder aus dieser Gruppe trotz allem positiv entwickeln, wurde zu leistungsfähigen, erfolgreichen, zuversichtlichen und sozial integrierten Erwachsenen. Diese Kinder waren resilient.

Zum Weiterlesen: Josef Epp, „Mich schützen und stärken: Resilienz im Alltag“, Patmos Verlag, 19 Euro

Den ganzen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe bewusster leben 3/2021

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