Sieben Impulse für ein gelingendes Leben von Anselm Grün

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Mönch, Manager, Seelenführer? Wie kann man Anselm Grün am besten bezeichnen? Auf alle Fälle ist er der meistgelesene christliche Autor. Seine Bücher verkaufen sich millionenfach.

Sieben Impulse von Anselm Grün für ein gelingendes Leben        

1. Impuls für die Seele: Bleib bei dir

Deine Seele wird zur Ruhe kommen, wenn du mit dir selbst gut umgehst, wenn du aufhörst, dich selbst zu verurteilen, wenn du mit einem gütigen und milden Auge auf dich und deine aufgewühlte Seele schaust. Und du brauchst den Mut, hinabzusteigen in die dunklen Abgründe deiner Seele. Wenn du auch dort das Licht von Gottes Liebe findest, dann hast du es nicht mehr nötig, vor dir selbst davonzulaufen. Dann kannst du bei dir bleiben und die Ruhe genießen. Der Engel der Ruhe wird dir dann bestätigen: „Lasse dich los. Du darfst so sein, wie du bist. Ruhe dich erst einmal aus. Dann kannst du wieder ein Stück des Weges gehen, den du dir vorgenommen hast. Aber jetzt genieße die Ruhe. In ihr kommst du mit dir in Einklang. Wenn du mit dir im Einklang bist, dann bringt dich nichts mehr aus der Ruhe und deine Seele findet Frieden.“

2. Impuls: Schön langsam

Langsam gehen, bewusst jeden Schritt spüren, sich nicht antreiben lassen – durch nichts –, das lässt uns ganz im Augenblick sein, das führt zu intensivem Erleben und zu innerem Frieden. Langsamkeit hat eine eigene Schönheit. Versuche, beim Spazierengehen bewusst jeden Schritt zu spüren, wahrzunehmen, wie du die Erde berührst und sie wieder verlässt. Versuche, langsam und bewusst deine Tasse in die Hand zu nehmen. Zieh dich am Abend langsam aus. Du wirst sehen, wie dann alles zum Symbol wird, wie das Ablegen der Kleider zum Ablegen des Tages mit seiner Mühe werden kann. Versuche, dich morgens langsam zu waschen, das kalte Wasser zu genießen, das dich erfrischt. Und ziehe dich langsam an. Der Engel der Langsamkeit will dich zu einem bewussten und achtsamen Leben anleiten und dich in die Kunst einweisen, dein Leben als beständiges Fest zu feiern, denn auch deine Seele braucht Zeit.

3. Impuls für die Seele: Trau der Liebe

Lass dich in deinem Herzen von der Liebe berühren, die dir entgegenkommt oder die in dir aufflammt. Gott selbst berührt dich dabei und öffnet dich für das Geheimnis einer klaren und lauteren Liebe, die allen und allem gilt. In dieser Liebe bist du in Gott und in dieser Liebe wirst du erst ganz zum Menschen, so wie Gott ihn gedacht hat. In deiner Liebe, auch wenn sie noch so vermischt ist mit Besitzansprüchen und Habenwollen, leuchtet immer auch etwas auf von der spirituellen Liebe, die deine tiefste Sehnsucht nach Liebe erfüllt. Traue deiner Liebe, aber gehe deiner Liebe auch auf den Grund, damit du dort Gott findest als die eigentliche Quelle deiner Liebe. Und folge deiner Liebe bis zum Ende. Dann wird sie dich zu Gott führen, der die Liebe selber ist.        

4. Impuls: Lebe mit allen Sinnen

Wir können es üben, mit der inneren Freude in Berührung zu kommen. Sie weitet unser Herz und beflügelt unsere Seele. Wenn wir die Freude in uns spüren, geht uns manches leichter von der Hand. Dann bekommt unser Leben einen anderen Geschmack. Und es ist heilsam für unser ganzes Leben, wenn die Freude den Raum in uns einnimmt, der ihr eigentlich zukommt. Freude beschwingt uns, sie lässt das Leben leichter werden. Und die Freude verbindet uns mit anderen Menschen. Freude drängt uns, sie mit anderen zu teilen. Geteilte Freude ist doppelte Freude, sagt das Sprichwort. Freude schafft Beziehung. Sie schenkt uns Lebendigkeit. Die Freude stärkt unsere Gesundheit. Das wussten schon die Weisen des Alten Testamentes: „Ein fröhliches Herz tut dem Leib wohl, ein bedrücktes Gemüt lässt die Glieder verdorren.“ (Spr 17,22)

5. Impuls für die Seele: Lebe jetzt

Einfach leben heißt, jetzt im Augenblick leben und alles Überlegen über das, was kommen mag, loszulassen. Wenn wir zu sehr nach dem Kommenden Ausschau halten, übersehen wir das, was jetzt für uns dran ist. Wenn wir uns über die Zukunft den Kopf zerbrechen, weichen wir den Herausforderungen des Augenblicks aus. Daher ist der beste Rat, das einfache Leben zu verwirklichen: „Lebe jetzt!“ Sorge nicht für morgen. Lebe jetzt in diesem Augenblick. Jetzt hast du genügend Kraft. Was morgen ist, das überlasse dem kommenden Tag. Oder aber überlasse es Gott, der dich auch morgen trägt.

6. Impuls: Vergib dir und anderen

Menschliches Miteinander kann nur aus der Vergebung heraus bestehen. Vergebung reinigt immer wieder die Atmosphäre und auch die Seele. So kann ich den andern wieder bedingungslos lieben, ohne inneren Vorwurf. Wenn Vergebung nicht geschieht, dann wächst die gegenseitige Aversion. Und irgendwann hat man den Eindruck, dass die Liebe in Hass umgeschlagen ist. Die Vergebung heißt zunächst, dass ich mich von der negativen Energie befreie, die durch die Verletzung in meiner eigenen Seele herumschwimmt und sie verunreinigt. Dann bedeutet Vergebung, dass ich die Verletzung beim andern lasse. Ich gebe sie weg. Ich kreise nicht mehr um sie. Ich benutze die Verletzung nicht als Vorwurf gegen den andern, sondern vergebe sie. Die Vergebung geschieht aber nicht aus einer Position des Stärkeren heraus. Immer vergebe ich zugleich mir selbst und dem andern. Nur dann geschieht die Vergebung so, dass der andere sie annehmen kann.

7. Impuls für die Seele: Beten tut gut

Wir dürfen Gott um alles bitten, für uns oder für andere Menschen. Und manchmal dürfen wir auch erfahren, dass das Gebet etwas bewirkt, sodass es uns oder dem andern besser geht, dass eine Krankheit geheilt wird. Aber das ist nicht selbstverständlich. In jedem Gebet fügen wir hinzu: „Dein Wille geschehe!“ Wir können im Gebet Gott nicht zu etwas zwingen. Wir können ihn bitten. Im Bitten verwandelt sich schon unsere Situation. Und manchmal dürfen wir auch das Wunder erfahren, dass sich wirklich etwas wendet. Zumindest verwandelt das Gebet uns. Wenn ich für einen anderen bete, bekomme ich mehr Hoffnung ihm gegenüber und kann ihm so vertrauensvoller begegnen. Oft erkenne ich im Gebet, was ich dem andern sagen könnte. Das Gebet verändert mich und meine Beziehungen. Und ich darf vertrauen, dass Gott im andern neue Gedanken bewirkt, ihn mit Frieden und Zuversicht erfüllt.

Anselm Grün zeigt, was der Seele guttut und was es braucht für ein gelingendes Leben.

Anselm Grün zeigt, was der Seele guttut und was es braucht für ein gelingendes Leben.

Pater Anselm Grün trat 1964 in den Benediktinerorden ein. Er wirkt heute als geistlicher Begleiter und erteilt Kurse in Meditation, Fasten, Kontemplation und tiefenpsychologischer Auslegung von Träumen. Er ist der weltweit populärste christliche Autor unserer Tage. Seine Bücher zur Spiritualität und Lebenskunst haben Millionenauflagen erreicht. Am 14. Januar 2015 feiert er seinen siebzigsten Geburtstag.

 

 aus Ausgabe bewusster leben 1/2015

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1 Kommentar

  1. GeistundSeele am

    Danke für den schönen Artikel über ein positives Seelenleben. Um wieder zu meinen inneren Frieden zu finden nutze ich die Meditation und auch das Vergeben, mir selbst gegenüber sowie auch meinen Mitmenschen. Diese Kraft bringt der Meister des Mitgefühls und der Liebe, Jesus zum Ausdruck, von dem wir dieses Verhalten lernen können. Und das lässt uns die Schönheit in allem erkennen. Denn ”wo es Schönheit gibt, ist ihr die Liebe vorausgegangen. Wo es Gleichgewicht gibt, wird Schönheit erfahren. Nur die Liebe beharrt darauf, ihre Ausdrucksformen zu perfektionieren.” https://www.hermetik-international.com/de/mediathek/wissenswertes-zur-kabbalah/joseph-nolen-liebe-schoenheit-gleichgewicht/

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