Die Atmosphäre unserer Räume beeinflusst unseren Alltag, unsere Stimmung und unsere Gesundheit. Klarheit im Außen, schafft Klarheit im Innern.
Du sitzt abends auf deinem Sofa, schaust dich um und denkst: „Eigentlich sieht es hier ganz schön aus.“ Die Möbel passen gut zusammen, die Wandfarbe gefällt dir und die beiden großen Pflanzen verleihen dem Raum Natürlichkeit und eine wohnliche Atmosphäre. Und trotzdem fehlt da was!
Du fühlst dich einfach nicht so geborgen, wie du es dir wünschst. Warum das so ist, kannst du gar nicht sagen. Viele Menschen erleben genau das. Sie kaufen Unmengen an Wohnzeitschriften, scrollen Abend für Abend durch die sozialen Medien und investieren viel Zeit und Geld in ihre Einrichtung. Nur um am Ende festzustellen, dass der Raum zwar gut aussieht, sich aber nicht gut anfühlt. Doch was ist der Grund dafür? Beim Einrichten konzentrieren wir uns meist auf das, was wir sehen und anfassen können – also auf Möbel, Farben und Dekoration.
Wie wir Wohnen beeinflusst unseren Alltag
Doch unser Zuhause wirkt auf mehreren Ebenen. Es beeinflusst unseren Alltag, unsere Stimmung, unsere Gesundheit und sogar unser Stressempfinden. Bestimmt kennst du den Ausspruch, dass Klarheit im Außen für Klarheit im Innern sorgt. Das gilt ganz besonders für unsere Wohnräume. Ein Zuhause sollte deshalb nicht nur eine Kulisse sein, vor der die neuesten Wohntrends inszeniert werden. Vielmehr ist es der Ort, an dem wir schlafen, lachen, diskutieren, möglicherweise auchArbeiten, in jedem Fall aber Kraft schöpfen und uns von einem anstrengenden Tag erholen möchten. Umso wichtiger, diese Räume nicht nur nach optischen Gesichtspunkten zu gestalten.
Genau hier setzt das ganzheitliche Interior Design an. Dabei geht es weder um einen bestimmten Wohnstil, noch um möglichst teure Möbel. Stattdessen betrachtet dieser Ansatz den Menschen mit seinen Bedürfnissen als Ausgangspunkt der Wohnraumgestaltung. Die entscheidende Frage lautet also nicht: Wie soll der Raum aussehen? Sondern: Wie muss er gestaltet sein, damit er mir guttut und mich im Alltag wirklich unterstützt? Ein Zuhause entfaltet seine volle Wirkung erst dann, wenn alle fünf Ebenen der Inneneinrichtung harmonisch zusammenspielen. So entsteht ein Ort, der nicht nur ästhetisch überzeugt, sondern sich auch rundum stimmig anfühlt, weil er alle unsere Sinne anspricht.
Funktion: Wenn Räume den Alltag erleichtern
Jeder kennt Räume, die unterschwellig Unruhe auslösen. Man ist morgens auf der Suche nach dem Haustürschlüssel und räumt jeden Abend Dinge von A nach B. Das liegt nicht zwangsläufig an mangelnder Ordnung, sondern viel eher an einer schlechten Raumplanung. Ein Zuhause sollte unsere täglichen Abläufe unterstützen – nicht erschweren. Ein einfaches Beispiel ist der Eingangsbereich. Wenn dort Schuhe, Taschen, Schlüssel und ungelesene Post herumliegen, entsteht automatisch Hektik. Nicht, weil wir unorganisiert wären, sondern weil dem Raum eine klare Struktur fehlt. Schon kleine Veränderungen können den Wohnalltag dort deutlich entspannen: geschlossener Stauraum für Garderobe und Schuhe, ein Haken für die Schlüssel, ein fester Platz für die Post sowie ausreichend Bewegungsfläche. Dasselbe gilt für Wohnräume mit mehreren Funktionen. Viele nutzen das Wohnzimmer heute gleichzeitig als Arbeitsplatz und Rückzugsort. Fehlt eine klare Zonierung, verschwimmen diese Bereiche. Dabei gibt es ganz einfache Lösungen: Ein Raumteiler schirmt das Homeoffice ab. Ein Beistelltisch, eine Stehleuchte und eine große Grünpflanze machen aus dem Lesesessel eine Ruhezone.
Emotion: Farben entscheiden über unsere Stimmung
Vielleicht hast du schon einmal einen Raum betreten und dich sofort wohlgefühlt – auch wenn du die verwendeten Farben selbst nicht ausgewählt hättest. Oder du kennst das Gegenteil: Alles ist wahnsinnig stylish und auf Hochglanz poliert, und trotzdem (oder genau deshalb?) wirkt der Raum kühl. Unsere Wahrnehmung reagiert sehr sensibel auf Farben. Und diese wiederum sind abhängig von ihrem Trägermaterial und vom vorherrschenden Licht. Naturtöne wie Terracotta, Sandbeige, Taubenblau oder Schilfgrün wirken beruhigender als ein neutrales Grau oder harte Schwarz-Weiß-Kontraste. Naturmaterialien wie Holz, Wolle oder Leinen passen perfekt in diese Farbwelt und fühlen sich zudem wesentlich besser an als Kunststoffe. Mehrere kleine Lichtquellen erzeugen eine wohnlichere Stimmung als eine einzelne Deckenleuchte. Gerade Menschen, deren Alltag von vielen Terminen und Arbeit am Bildschirm geprägt ist, profitieren von einer Umgebung, die visuelle Ruhe ausstrahlt.
Zum Weiterlesen: Katrin Täubig, Der Healing Home Design Code, 29 Euro (Paperback), 39 Euro
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